Projektbeschreibung


Nürnbergs Migrationsgeschichte sammeln, sortieren und zeigen.

Nürnberg ist ein Ort der Zuwanderung: Für Menschen aus 165 Ländern ist die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zur (neuen) Heimat geworden. Fast 40% aller Nürnberger haben ihre Wurzeln im Ausland.

Die Schüler aus der 9. bis 12. Jahrgangsstufe des Johannes-Scharrer-Gymnasiums, der Peter-Henlein-Realschule und des Pirckheimer-Gymnasiums in Nürnberg erhalten durch Wissenschaftler der Universität, ihre Lehrkräfte, aber auch Experten und Zeitzeugen zunächst eine fundierte fachwissenschaftliche Einführung in Nürnbergs Migrationsgeschichte. Im Museum Industriekultur Nürnberg und im Stadtarchiv Nürnberg beschäftigen sie sich anschließend mit unterschiedlichen Quellen von Zuwanderern und Migranten. Dabei wird ihnen von den Wissenschaftlern ein Instrumentarium zur Erschließung und Auswertung der verschiedenen Quellengattungen vermittelt.

Anschließend werden die Schüler selbst aktiv: Sie suchen in ihrem persönlichen Umfeld, in Vereinen und ausgewählten Einrichtungen nach historischen Schriftstücken, Bildern, Tondokumenten, Filmen und Gegenständen der Nürnberger Migrationsgeschichte nach 1945. Sie erfassen die gesammelten Materialien und werten sie mit Unterstützung von studentischen Tutoren und Wissenschaftlern aus. Auf dieser Basis erstellen sie schließlich Präsentationen zum Erforschten, die zusammen mit den gefundenen Materialien und Objekten in einer kleinen dokumentarischen Ausstellung im Museum Industriekultur gezeigt werden. 

Wenn die Besitzer der Dokumente, Bilder und Gegenstände einverstanden sind, werden diese anschließend den Sammlungen des Museums Industriekultur Nürnberg sowie des Stadtarchivs eingegliedert. Die Schüler wirken damit im Rahmen des Projekts aktiv am Aufbau des kollektiven Gedächtnisses der Stadt Nürnberg mit. Gleichzeitig erhalten sie Einblicke in das Berufsfeld des Historikers, des Archivars und des Museumswissenschaftlers.