Gender Tagung 2014


 

 

Die Tagung "Gender in  Geschichtsdidaktik und Geschichtsunterricht" des Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte am 14./15.11.2014 findet in Kooperation mit dem Institut für Pädagogik und Schulpsychologie (PI-Nürnberg) statt und ist als staatliche Lehrerfortbildung anerkannt.

Die Anmeldung finden sie hier.

 
Das konkrete Tagungsprogramm erscheint im August und steht dann als Download bereit.

Tagungsthema

Die Diskussion über die Implementierung von "Geschlecht als mehrfach relationale historische Kategorie" in Geschichtsdidaktik, in schulischer wie außerschulischer Vermittlung von Geschichte ist in den letzten Jahren intensiviert und erweitert worden. Die Entwicklung von diesbezüglichen geschichtsdidaktischen Theorien hat sich in den letzten Jahren noch differenziert, ist kontroverser und vielfältiger geworden.

Um seit der Jahrtausendwende nur wenige Marksteine aufzuzählen, seien der Jahrgang 2004 der Zeitschrift für Geschichtsdidaktik mit dem Schwerpunktthema "Gender und Geschichtsdidaktik" genannt, in dem die einschlägig mit dem Thema vertrauten GeschichtsdidakterInnen den Stand der Forschung wiedergaben. Es folgte 2007 Brigitte Dehne mit ihrem Band "Gender im Geschichtsunterricht", der als Handlungshilfe für Lehrkräfte umfangreiche Materialien und Hinweise für die konkrete Umsetzung in der schulischen Alltagspraxis anbot und drei Jahre später präsentierten Muttenthaler und Wonisch ihre Ergebnisse über "Rollenbilder im Museum" und vertieften damit den Diskurs über Gender und Geschichtskultur. Ebenfalls 2010 kooperierte Bea Lundt mit der Fachdidaktik Deutsch auf einer Tagung an der Akademie der Diözese Rottenburg Stuttgart zum Thema "Lehramtsausbildung und Geschlecht", bei der neue Perspektiven im Dialog zwischen Genderforschung und Fachdidaktik erörtert wurden. Die ertragreiche Tagung, deren Ergebnisse in der Reihe "Historische Geschlechterforschung und Didaktik. Ergebnisse und Quellen" erschienen, gilt als "lohnender Anfangspunkt im Dialog", dem "in Zukunft mehr Austausch, mehr Forschung und mehr Öffentlichkeit" zu wünschen wäre, so der Tagungsbericht auf H-SOZ-KULT.

Die Beurteilung allerdings, ob die Ergebnisse der Frauen- und Geschlechtergeschichte sowie der Geschichte der Männlichkeiten mittlerweile in den "Mainstream" der didaktischen Forschung eingegangen seien, muss verhalten ausfallen. Während Brigitte Dehne und Christoph Kühberger das Fehlen beklagen, resümiert Martin Lücke, dass zumindest quantitativ "Gender" in geschichtsdidaktischen Veröffentlichungen und Diskursen angemessen vertreten sei – obwohl der Forderung, Geschlechtsbewusstsein als eine Dimension des Geschichtsbewusstseins aufzunehmen, nicht nachgekommen worden sei und eine Schärfung der Kategorie wünschenswert wäre.

Aussagekräftig ist in diesem Zusammenhang wohl auch, dass die Fachzeitschrift Geschichte in Wissenschaft und Unterricht in diesem Jahr 2014 das Thema "Geschlechtergeschichte" aufgreift und im Editorial vermerkt, man wolle mit dieser Schwerpunktsetzung der Kritik mangelnder Aufmerksamkeit für Geschlechtergeschichte durch Geschichtsdidaktik und Geschichtsunterricht entgegenwirken.

Dieses Vorhaben gilt es nun weiterzuführen. Anknüpfend an den aktuellen Stand von Gender in der Geschichtsdidaktik möchte die Tagung den Dialog zwischen geschichtsdidaktischer Theorie und praktischer Umsetzung aufgreifen und folgende Fragestellungen reflektieren:

Haben die bisherigen Theorien eines gender-sensiblen Umgangs mit Geschichte in der allgemeinen Geschichtsvermittlung Niederschlag gefunden? Ist Geschlechtergeschichte integraler Bestandteil des bundesdeutschen Geschichtsunterrichts? Auf welche Unterrichtskonzeptionen, neuere Quellen- und Materialsammlungen können sich diesbezüglich Lehrkräfte stützen? Gibt es ein geeignetes gender-sensibles Instrumentarium zur Behandlung und Analyse geschichtskultureller Phänomene?

Unter diesen Leitfragen sollen innovative, der Frauen- und Geschlechtergeschichte sowie der Geschichte der Männlichkeiten verpflichtete theoretische Konzepte und an der Praxis orientierte Modelle vorgestellt werden. Gewünscht sind Beiträge zu forschungstheoretischen Ansätzen, zu konkreten, theoretisch rückgekoppelten Fallbeispielen sowie zu dem Themenkomplex Gender und Geschichtskultur.

Die Tagung ist Epochen übergreifend ausgerichtet, willkommen sind auch Beispiele jenseits der nationalen und europäischen Geschichte.

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